Hemmnisse

Unterschiedliche Aspekte wirken sich bisher hinderlich auf den Zuwachs an Elektrofahrzeugen aus.

Schauen Sie sich hierzu einmal folgendes Video an.
Sollte das Video nicht mehr verfügbar sein, suchen Sie nach Alternativen.

Grundlegende Aspekte der Elektromobilität (Quelle: ARD-Mediathek)
  • Anschaffungskosten der Elektrofahrzeuge: „Gegenwärtig liegen die Anschaffungskosten eines E-Fahrzeugs typischerweise um rund 60 % (bzw. 10.000 Euro) über denen eines konventionellen Fahrzeugs.“ (Döring/Aigner-Walder, 2017)
  • Ausbau des Ladestationsnetzes: Bis zum Jahr 2020 hat die NPE einen Bedarf von 70.000 öffentlichen Ladepunkten und 7.100 Schnellladesäulen ermittelt, die unter anderem entlang von Autobahnen lange Fahrten sichern (NPE 2011).
Ladestationen (Quelle: www.electrive.net)
  • Reichweite der E-Fahrzeuge: „Problematisch ist hierbei zum einen die räumliche Reichweite von reinen E-Fahrzeugen (BEV, FCEV), die bei mittlerer Geschwindigkeit gegenwärtig 150 bis 200 Kilometer beträgt, bevor die Batterie erneut aufgeladen werden muss. Im Vergleich zu einem treibstoffbetriebenen Fahrzeug (aktuelle Reichweite: 600 bis 1.000 Kilometer) weisen Elektromobile damit einen erheblichen Wettbewerbsnachteil auf.“ (Döring/Aigner-Walder, 2017) Lag die durchschnittliche Reichweite 2011 bei 150 Kilometern und 2014 bei 200 km, stieg sie 2017 schon auf 300 km. Für 2020 wird mit einer Reichweite von 400 km gerechnet.
  • Ladezeiten: „Für das Wiederaufladen der Batterie an der Haushaltssteckdose benötigen E-Fahrzeuge 8 bis 12 Stunden. Selbst im Fall einer Schnellaufladung (fast charging) beansprucht der Ladevorgang üblicherweise rund 30 Minuten.“ (Döring/Aigner-Walder 2012: 114)
  • Klima und Relief: „Die Reichweite eines E-Fahrzeugs hängt von topographischen und klimatischen Faktoren ab. Je bergiger der Streckenverlauf ist und je extremer die Außentemperatur sind, umso niedriger ist die Reichweite.“ (Döring/Aigner-Walder, 2017)
  • Akzeptanz in der Bevölkerung: Studien zeigen, dass die Bereitschaft der Kunden, Mehrinvestitionen für „Green Technology“ zu tätigen, noch in vergleichsweise geringem Umfang ausgeprägt ist.
  • Käuferpotenzial: E-Fahrzeugkäufer besitzen bestimmte Merkmale, auf die wir an späterer Stelle eingehen werden.
  • Standardisierung und Kompatibilität: Die Realisierung einer Lade-Infrastruktur wird durch die unterschiedlichen Standards der Hersteller erschwert. Am Markt gibt es verschiedene Ladesäulentypen: DC (Direct Current)-Schnellladestationen, die meist an Stromtankstellen vorhanden sind und mit einer Ladeleistung von bis zu 50 kW die zwanzigfache Leistung einer üblichen Haushaltssteckdose liefern und die normalen AC (Alternating Current)-Ladestationen, mit denen das Laden erheblich länger dauert und die sich insbesondere für Parkhäuser und Privatparkplätze eignen. Als Eigentümer eines Elektrofahrzeuges muss man für die unterschiedlichen Typen Adapter im Fahrzeug zu haben, um an jeder Ladesäule laden zu können. Die Normungs-Road Map gibt einen umfassenden Überblick über abgeschlossene, laufende und zukünftige Normungsaktivitäten im Bereich der Elektromobilität (NPE 2017). Die technischen Vorgaben neu zu errichtender öffentlicher Ladepunkte werden in Deutschland seit März 2016 durch die Ladesäulenverordnung reguliert.
  • Geringe Modellauswahl: Nach NPE (2016) waren im Mai 2016 am Markt über alle Fahrzeugsegmente hinweg über 40 Fahrzeugmodelle verfügbar.

Ökonomische Aspekte für E-Mobilität sind die direkten Nutzungs- bzw. Betriebskosten sowie die Höhe der Anschaffungskosten im Vergleich zu anderen Antriebsarten, während die Reichweite und Sicherheit von E-Fahrzeugen sowie die Verfügbarkeit der benötigten Ladeinfrastruktur wichtige technische Einflussfaktoren des individuellen Nutzerverhaltens darstellen (Döring/Aigner-Walder, 2017).