Spezielle Fach-Informationssysteme (FIS)

Grundsätzlich stellt eine jede der bisher beschriebenen GIS-Ausprägungen LIS, NIS, RIS und UIS aus der Sicht der jeweiligen Fachdisziplin ein spezielles FIS dar. Aufgrund der jeweiligen Fachspezifik bleibt jedoch noch eine größere Gruppe von GIS-Anwendungen, die mit den bisherigen Ausprägungen nicht abgedeckt sind. Hierunter fallen insbesondere die Spezialanwendungen in den Bereichen Marketing und Vertrieb (Geomarketing, Standortplanung), Transport, Logistik und Verkehr (Flottenmanagement, Fahrzeugnavigation), Telekommunikation (Mobilfunk, Senderstandortplanung), aber auch Anwendungen im Bauwesen, im Gesundheitswesen, für Notfalldienste usw. Dies sei an drei Beispielen verdeutlicht.

  • GIS-Anwendungen im Transport- und Verkehrswesen sind in zahlreicher Art gegeben. Die Unterstützung der Navigation von Fahrzeugen (Schiffe, Flugzeuge, Autos und andere), die Bereitstellung von digitalen und analogen Karten zur Verkehrsführung, das Flottenmanagement, die Einsatzplanung und Einsatzkontrolle in Notdiensten, die Untersuchung von Unfallvorkommen und die logistische Abwicklung von Transportvorgängen sind als Beispiele zu nennen. In der Regel verwaltet und bearbeitet das GIS linienhafte Objekte, zeigt damit also durchaus Analogien zum NIS-Bereich. Im kommunalen Umfeld können z. B. Fuhrparks organisiert oder Transportwege der Müllentsorgung optimiert werden.
  • Geodemographische Anwendungen vereinen diverse Datensammlungen und Anwendungen zu gesellschaftlichen Fragestellungen unter einem gemeinsamen Raumbezug. Dabei geht es um die Entwicklung und Anwendung von Flächentypologien, die dazu genutzt werden können, das Konsumverhalten und die Marktanalyse auch unter räumlichen Gesichtspunkten zu studieren. Im Wesentlichen profitieren hiervon die Bereiche Einzelhandelsanalyse, Planung der öffentlichen Versorgung, Markt- und Wahlforschung, Immobilien- und Kreditwesen. Ziel ist z. B. das zielgerechte Marketing, welches das räumlich und sozial verschiedene Konsumverhalten berücksichtigt. Somit bestehen hier durchaus Ähnlichkeiten mit dem RIS-Bereich.
  • Der gesamte Einsatzbereich der Notfalldienste wie z. B. Polizei, Feuerwehr, Notarztwagen kann mittels GIS verbessert werden. Von der Verortung des eingehenden Notrufes über die schnellste Route zur Einsatzstelle kann die Kombination von GIS mit Straßendaten und Fahrzeugnavigationssystemen sowohl in der Einsatzzentrale als auch im bewegten Fahrzeug eingesetzt werden.