Merkmale offener Daten

Offene Daten sind Daten, die von jedem und zu jedem Zweck genutzt, verändert und weitergegeben werden können.

Diese Definition fasst das Verst√§ndnis von offenen Daten und Inhalten zusammen, wie sie in der Open Definition, herausgegeben von Open Knowledge International, ausf√ľhrlich beschrieben ist. Obgleich die Open Definition nicht die einzige Richtlinie oder Auslegung des Begriffs Open Data ist, repr√§sentiert sie den allgemeinen Konsenz der Open Data Community und wird entsprechend oft zitiert.

Da jede technische oder rechtliche Einschr√§nkung der Datennutzung ihren potentiellen Wert f√ľr die Gesellschaft verringert, wird diesbez√ľglich gr√∂√ütm√∂gliche Freiz√ľgigkeit angestrebt. Entsprechend k√∂nnen die Vorgaben der Open Definition in technische und rechtliche Aspekte unterteilt werden:

Nutzungsbedingung von Open Data werden durch Lizenzen geregelt, welche die kostenlose Nutzung (auch kommerziell), Weitergabe, Ver√§nderung, Verkn√ľpfung und Veredelung der Daten erlaubt. Lediglich f√ľr die Bereitstellung der Daten kann allerdings ein einmaliges geringf√ľgiges Entgelt verlangt werden. Akzeptabel sind solche Nutzungseinschr√§nkungen, die zur Kenntlichmachung der Urheberschaft des Werkes verpflichten oder der Erhaltung des "offenen" Charakters der Daten, auch bei deren Weitergabe, dienen. Dazu z√§hlen u.a. die Nennung der Urheber und Mitwirkenden (Attribution - BY), Weitergabe unter gleichen oder √§hnlichen Bedingungen (Share alike - SA) und die Kenntlichmachung von √Ąnderungen bei der Weitergabe der Daten (Integrity). Die Open Definition legt hierf√ľr ausf√ľhrliche Konventionen fest und f√ľhrt eine Liste existierender Standard-Lizenzen an, die konform sind (http://opendefinition.org/licenses/).

Die Daten sollten als Ganzes verf√ľgbar sein, bevorzugt zum kostenlosen Download. Sie sollten maschinenlesbar sein, sodass sie von einem Computer verarbeitet werden k√∂nnen und dabei f√ľr jedes einzelne Datenelement Zugriff und Ver√§nderung m√∂glich sind. Daten sollten in einem offenem Format vorliegen, das mit wenigstens einem Free/Libre/Open Source Software Tool verarbeitet werden kann.

Interoperabilität im Kontext des 5-Star-Open Data Modells

Die meisten Open Data Richtlinien beinhalten √§hnliche Vorgaben wie die Open Definition, f√ľgen dem aber noch weitere Kriterien an die "Offenheit" hinzu oder konkretisieren diese. So setzt technische Offenheit Interoperabilit√§t der Daten voraus, d.h. die M√∂glichkeit, gemeinsam verschiedenartige Daten und Systeme in einen einzigen Arbeitsablauf zu integrieren. Dabei wird zwischen technischer, syntaktischer und semantischer Interoperabilit√§t unterschieden, die jeweils separat und oft branchenspezifisch durch standardisierte Schnittstellen, Webservice-Spezifikationen, Datenformate und Datenmodelle adressiert werden m√ľssen. Ist Interoperabilit√§t nicht gegeben, ist es mitunter unm√∂glich oder sehr aufw√§ndig, verschiedene Datens√§tze miteinander zu verkn√ľpfen oder mit einer besonderen Software zu verarbeiten.

Das 5-Sterne-Modell f√ľr Offene Daten definiert die Qualit√§t von Daten, insbesondere hinsichtlich ihrer technischen Offenheit. Danach gibt es f√ľnf aufeinander aufbauende Stufen, denen jeweils Kriterien zugeordnet sind, welche ein Datensatz zu erf√ľllen hat. F√ľr jede erf√ľllte Stufe erlangt der Datensatz einen Stern. Weitere Informationen dazu k√∂nnen auf 5stardata.info nachlesen.