Motivation

Wälder übernehmen wichtige Funktionen mit sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten – den drei Säulen der Nachhaltigkeit. Dieser gegenwärtig in so vielen Bereichen auftauchende Begriff wurde einst von Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) geprägt und hat in der Form seinen Ursprung in den Forstwissenschaften. Die Mehrheit der heutigen Wälder in Deutschland wird nachhaltig bewirtschaftet, d.h. vereinfacht gesagt wird nicht mehr entnommen als nachwächst. Der Waldanteil Deutschlands ist in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. Heutzutage ist rund ein Drittel der Staatsfläche mit Wald bedeckt.

WaldDE
Waldverteilung in Deutschland. Copernicus High Resolution Layer: Forests – Forest Type 2015. Datenquellen: HRL: EEA (https://land.copernicus.eu/pan-european/high-resolution-layers/forests/forest-type-1), Verwaltungsgrenzen Deutschlands: BKG, VG1000 (geodatenzentrum.de)


Die Fläche und die Zusammensetzung des Waldes durchliefen im Laufe der Zeit große Veränderungen. Allen Veränderungen und Widrigkeiten zum Trotz sind die Forste heute zwar auf dem ersten Blick in relativ gutem Zustand, doch von klimatischen Bedingungen bzw. Wetter (z.B. Trockenheit, Sturm) und Krankheiten (z.B. durch Insekten, Pilze) weiterhin geschwächt oder bedroht. So nahm die Kronenverlichtung seit der ersten Waldzustandserhebung 1984 stetig zu (BMEL). Erst in den letzten Jahren scheint sich für einige Baumarten der Zustand zu verbessern.

Der Wald dient für die meisten von uns in erster Linie zur Naherholung und für Freizeitaktivitäten wie das Sammeln von Pilzen und Beeren, Wandern, Joggen und Radfahren. Aber Wald bedeutet zumeist auch, dass er wirtschaftlich genutzt wird und auch genutzt werden muss. Er bietet Arbeitsplätze - direkt in der Forstwirtschaft und indirekt in der holzverarbeitenden Industrie. Hierzu zählen etwa die Produzenten von Holzpaletten, die Papier- und Verlags- oder auch Möbelindustrie. Darüber hinaus sind Wälder wichtig für den Wasserhaushalt und dienen als Wasser- und Luftfilter. Wälder und Bäume innerhalb von Städten tragen zu einem angenehmeren (kühleren) Klima bei. Auf globaler Ebene sind Bäume als natürliche Kohlenstoffspeicher essentiell für das Erdklima und der Minderung des Klimawandels.

WaldFunktionen
Wälder übernehmen verschiedene soziale, ökologische und ökonomische Funktionen. Geändert nach Thomas (2012).


Die Aichi-Ziele (Aichi Biodiversity Targets) wurden 1993 zur Umsetzung der UN-Konvention zur Biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) formuliert. Sie sehen vor bis 2020 den Verlust an Lebensraum zu halbieren, die Überfischung der Meere zu stoppen und mehr Flächen als Schutzgebiete auszuweisen.

Die Millennium-Entwicklungsziele (Millenium Development Goals, MDGs) der Vereinten Nationen wurden 2000 für das Jahr 2015 formuliert, um der fortschreitenden globalen Verschlechterung von Natur und Umwelt entgegenzutreten und um Themen wie Gesundheit und Armut zu fördern bzw. zu bekämpfen. Unter den 8 Zielen (MDGs) findet man auch die Ökologische Nachhaltigkeit. Im Anschluss daran haben die UN dann im Jahr 2015 weiterführend die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) definiert (MGDs->SDGs). Diese sollen der Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökologischer, sozialer und ökonomischer Ebene dienen. Eines der 17 Ziele lautet Schutz, Wiederherstellung und Förderung der nachhaltigen Nutzung terrestrischer Ökosysteme und beinhaltet unter anderem den Indikator 15.1.1, die Waldfläche, angegeben als Anteil an der gesamten Landesfläche. Im Kursteil GIS können Sie ein eigenes Thema zu den SDGs bearbeiten.

SDGs